Picolario, mehr als nur himmlische Töne

das TEK-Variometersystem mit Sprachausgabe, das auch in kleinen Modellen Platz findet

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Thema Spannung

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Spannungskontrolle, wenn schon eine Telemetriestrecke vom Modell zum Piloten besteht, dann ist diese viel zu schade und zu teuer um nur schön zu piepsen. Beim Picolario talk wir immer die Eingangsspannung ( =Empfängerspannung) überwacht, ändert sie sich, so sagt das Picolario die geänderte Spannung an.

Durch diese Methode gibt das Picolario nicht erst im letzten Moment an, wenn die Spannung zu nieder ist, sondern bietet die ganze Zeit eine klare Vorstellung vom Zustand des Akkus. Wer aber nun glaubt, er werde mit Daten überflutet, der sollte sich vor Augen halten, daß zwischen voll (=5,6V bei vier Zellen) und leer gerade mal 1,2V liegen,
was 12 Ansagen entspricht. Also 12 automatische Ansagen in ca. 3 Stunden.

Außerdem kann natürlich jederzeit die Spannung abgerufen werden, also einfach ein PLUS an Sicherheit.

Im Gegensatz hierzu steht die Schwellspannungsmethode , bei der erst ab einer gewissen Spannung ein Alarm ausgelöst wird. Diese Methode halte ich für fahrlässig und technisch überholt. Da die Schwellspannung von verschiedenen Faktoren wie Zellentyp und Verkabelung beeinflusst wird, ist es nahzu unmöglich eine Spannung vernünftig festzulegen. Hinzukommt, daß man erst sehr spät über den Akkuzustand informiert wird.

Es liegt auch die irrige Annahme zugrunde, daß man immer wenn man den Alarm hört, zu sich herlanden kann. Das mag vielleicht in der Ebene funktionieren am hang aber häufig nicht. Hier ist es unerläßlich schon beim Start über den Akkuzustand informiert zu sein.

Die nachfolgende Grafik macht die Problematik etwas deutlicher.

Das Beispiel zeigt die Situation bei vierzelligen Empfängerakkus. Wir empfehlen bei 4.6V zu landen und den Akku nachzuladen. Bei fünfzelligen Akkus liegt die Grenze bei 5,6V. Bei Vewendung einer Akkuweiche kann diese Grenze um den Spannungsabfall an der Weiche niederer angesetzt werden

!!! Wichtig !!! Starke kurzzeitige Spannungseinbrüche deuten auf Probleme in der Verkabelung und/oder des Schalters hin. Kommen Ihnen die Spannungsansagen zu nieder vor und hat der Akku noch sehr viel Restkapazität, so überprüfen Sie unbedingt Kabel und Stecker in der Stromversorgung. Das Vario mißt nur die Spannung die am Empfänger anliegt unter Belastung, ob der Akku leer ist oder die Spannung im Kabel abfällt, dass müssen Sie überprüfen. !!!

Thema Höhenmessung

Beim picolario talk kann, genau wie beim Vorgänger Telario, die Höhe mittels Schalter am Fernsteuerungsender abgerufen werden. Welche Vorteile sich dadurch ergeben wird nachfolgend erläutert.

Ein gutes Variosignal ist wichtig, aber eben nicht alles. Es gibt viele Situationen, da hilft das Variosignal, ob kompensiert oder nicht, einfach nicht weiter. In dieser Situation schafft eine Höhenabfrage oft Klarheit.

Schwache Thermik

Je schwächer die Thermik, desto häufiger ist die Situation, daß ein Vario innerhalb eines Kreises Steigen und Fallen signalisiert. Und dies hat nichts mit Energiekompensiert oder nicht zu tun. mit einem reinen Vario ist man leider aufgeschmissen, das kann keine Auskunft darüber geben ob es insgesamt hoch oder runter geht. Mit dem Picolario ruft man einfach 2 mal die Höhe ab, und schon ist klar, ob es hoch oder runter geht. Typischer Fall hierfür ist schwache Abendthermik.

Während ein gutes Vario so ca. 5cm/s auflöst (=3m/min) kann man mit der Höhenabfrage auch z.B. 3m in 5 min feststellen. Man bekommt also eine weitere zuverlässige Entscheidungshilfe.

Außenlandung

Außenlandung Teck Osthang

Man braucht sich nichts vorzumachen, trotz Vario sauft man manchmal ab. Das hängt unter anderem damit zusammen, daß man mit Vario viel mutiger ist als ohne.
Bei Außenlandungen ist es oft nicht einfach zu sagen, wie hoch man ist und wo man genau fliegt. Mit einer Höhenmessung ist das wesentlich einfacher, denn wer weiß wie hoch er über Grund ist, der kann sich auch viel leichter eine Vorstellung davon machen, wo er fliegt. An der Teck liegt die Startstelle auf ca. 600m das Tal auf etwa 400m. Wenn man also 180m vergeigt hat, kann man sich getrost nach der Landewiese umschauen. Da auf der einen Seite Obstwiesen und auf der anderen Seite eine vielbefahrene Bundesstrasse ist, kann man jede zusätzliche Hilfe gut gebrauchen. Das Bild zeigt eine entsprechende Situation am Osthang, auch hier gilt : Wer weiß wie hoch er ist, weiß auch wo er ist.

Andere Situation August 1999, Hahnenmoos Lavey, Fox hängt knapp über den Bäumen (durch Zufall von Schweizer Kollegen auf Video festgehalten). Es gab zuerst kein nutzbares Steigen, das Vario signalisierte Steigen und Fallen in munterer Folge, auf dem Video hörte man die Kollegen immer wieder  : ”Jetzt hängt er gleich in den Bäumen”
Der Pilot wußte es aber besser, dank Höhenabfrage wußte er nämlich daß er bei -150m über die Bäume weggekommen und so war klar, daß er sich bei -120m auf das Suchen und Kurbeln konzentrieren konnte, denn so schnell wachsen Bäume nicht in den Himmel ;-)

In dieser Situation wurde die automatische Höhenansage geboren, denn die Abfragerei war trotz Kicktaste zu mühsam. Heute läßt man den Schalter einfach  in Abfrageposition und bekommt dann z.B. alle 10s den Höhenwert : ”- 93 Meter”. Mit einem reinen Vario egal ob kompensiert oder nicht, wäre eine Außenlandung und ein entsprechender Schaden unvermeidlich gewesen.

tückischer Horizont

Seit Jahren fliege ich immer wieder in den Vogesen, und habe mich gewundert wie oft es passiert, daß ein Pilot sich mühsam wieder hochgekämpft hat, und dann beim zurückfliegen feststellen muß, es reicht nicht um oben zu landen.
Im ersten Jahr mit Telario bin ich auf die Lösung gekommen, ich hatte mich gerade wieder hochgekämpft, war deutlich über Horizont, und wollte hereinlanden. Zum Glück hatte ich noch die Höhe abgefragt und stellte fest, daß ich gerade mal 15m über Starthöhe war. Es war klar daß das auf die Entfernung nie zum oben landen reichen konnte. Also weiter gekurbelt bis etwa 80m erreicht waren und dann hereingeflogen und gelandet. Wie kann ein erfahrener Hangpilot sich so verschaätzen ?
Die Lösung ist eigentlich simpel, dadurch daß ich eigentlich hoch über Horizont war, ging ich davon aus auch hoch über Startniveau zu liegen, wie viele andere Piloten auch. Nur an diesem Hang ist der Horizont die Rheinebene, die wesentlich tiefer liegt.
Ohne Höhenmessung wäre auch hier vermutlich reparieren angesagt gewesen.

Weiterer Punkt ist die Optimierung der Hochstarthöhe, einfach Schalter nach dem Hochstart umlegen und schon hat man die Daten im Ohr. Einfach nächsten Hochstart mit anderer Klappenstellung machen und das Ergebnis vergleichen. Auch beim Streckenfliegen und Zeitfliegen kann man die Klappenstellung nur optimieren, wenn man die Ausgangshöhe genau kennt.

Die Präzision der Höhenmessung beim Picolario hat dazugeführt, daß bei immer mehr Wettbewerben das Picolario als Höhenmesser in der Motorschleppmaschine eingesetzt wird. Unter anderem bei der deutschen Meisterschaft für Acrosegler beim DMFV erfüllte das Telario laut Presse hervorragend seine Dienste. Alle kommen so auf dieselbe Ausgangshöhe und die Diskussionen und Mutmaßungen über vermeintliche Bevorteilung haben endlich ein Ende.